“Ich bin Raus” von SSIO, jüngst beeindruckend eingefangen bei der A Colors Show. Der Track ist Teil der jüngst erschienenen LP “Alles oder Nix”.
KI vs Plattenindustrie
Die großen Labels haben wieder einmal einen neuen Lieblingsgegner gefunden: diesmal das KI-Startup Suno. Laut RIAA soll Suno nämlich Songs von YouTube „gestreamripped“ haben – ein Begriff, der klingt, als hätte jemand mit einem Schraubenzieher an der Cloud herumgehebelt. Der Vorwurf: Suno habe mit ein bisschen cleverem Code YouTubes Schutzmaßnahmen umgangen, um die hauseigenen KI-Modelle mit frischen Beats zu füttern.
Das Problem? Schutzmechanismen zu knacken ist in den USA ungefähr so beliebt wie CDs zu brennen war – damals, als Menschen noch CDs brannten. Suno selbst hält sich bedeckt, was die Trainingsdaten angeht, und murmelt etwas von „Fair Use“. Fair vielleicht, aber ob ein Gericht das auch so sieht, ist eine ganz andere Sache.
Die RIAA rechnet schon mal vor: 2.500 Dollar pro Umgehung plus bis zu 150.000 Dollar pro Song. Da kommt schnell ein Sümmchen zusammen. Bleibt die Frage: Ist das wirklich der große Showdown zwischen KI und Musikindustrie – oder nur ein weiterer Remix des ewig gleichen Rechtsstreits „Technologie vs. Rechteinhaber“?
Web Web - Plexus Plexus (2025): Jazz-Kraut mit Funk-Twist

Web Web haben in sieben Jahren sechs Alben veröffentlicht – und trotzdem klingt nichts nach Routine. Mit “Plexus Plexus” kehren Roberto Di Gioia und Crew zu ihren improvisierten Wurzeln zurück, lassen die Studiotüren offen für Spontaneität, freie Ideenflüge und psychedelisch-krautige Gitarrensounds, wie man sie zuletzt bei Embryo oder Karl Hector & The Malcouns gehört hat.
Apropos: JJ Whitefield ist als Gast dabei – ein Coup, der so spontan zustande kam, dass man fast an kosmische Fügung glauben mag. Einen Tag vor der Session dachte sich Di Gioia: „Warum eigentlich nicht JJ?“ Und zack: ein Anruf, ein „klar, bin dabei“, ein Studio-Date, das in zwei Longform-Jams (25 und 45 Minuten!) mündete – aus denen fast das ganze Album entstand.
Die Gitarrenarbeit von Whitefield ist der psychedelische Kleber, der alles zusammenhält: Mal funky wie bei The Poets of Rhythm, mal transzendental wie bei Syrup oder Embryo. Es ist dieses „schwüle Flimmern“ (ihr wisst schon), das Plexus Plexus ausmacht – ein Netzwerk aus Riffs, Rhythmen und Rhodes, aus Flöten und Flow. Das Jazz-Fusion-Funk-Feeling bleibt, doch der Vibe kippt sanft ins Krautige.
Das Line-Up (Di Gioia, Lakatos, Gall, von Kaphengst) tauscht Instrumente, Ideen und Instinkte – eine Live-Session über zwei Tage, dokumentiert von Jan Krause (Beanfield), mit Michael Reinboth (Compost) als neugierigem Co-Piloten. Sogar ein Moondog-Cover („Bird’s Lament“) entstand – nach einmaligem Hören direkt in die Tasten gespielt.
Ach ja, das Artwork? Wieder Jan Steins. Wieder kongenial. Wieder ein Grund mehr, das Vinyl zu kaufen.
14 Tracks. 0 Kompromisse. 100% Web Web. Und ein JJ Whitefield, der dem Kollektiv eine weitere Dimension öffnet.
Plexus Plexus erscheint am 25.04.2025 auf Compost Records. Lasst euch verwirren, vernetzen, verzaubern.
Als Ergänzung zum Blog hier, gibt es jetzt auch eine Progolog Plattenkiste. Gedanken, Entdeckungen und Notizen zu allen erdenklichen musikalischen Themen landen hier und laden zum durchblättern und diggen ein.
Feedback ist ausdrücklich erwünscht.
Hiphop: Made In Germany bietet eine interessante Zeitreise durch vier Jahrzehnte deutscher Rapmusik, von den 80ern bis heute. Sie untersucht, wie sich Deutschrap verändert hat und inwiefern er die deutsche Gesellschaft reflektiert, einschließlich Themen wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, den Mauerfall oder den Klimawandel. Die Serie beleuchtet die Entwicklung von Hiphop in verschiedenen deutschen Städten und beinhaltet Beiträge von bekannten Künstlern.
Jüngst auf YouTube erschienen:
90er: Hamburg – zwischen Kommerz und Realness | Hiphop: Made in Germany:
Ben Howard hat gemeinsam mit Aaron Deessner einen neuen Song mit dem Titel “Rumble Strip” veröffentlicht. Der Track war ursprünglich ein Outtake aus den Aufnahmesessions mit The National’s Collections From The Whiteout. Ursprünglich war der Song nur auf der Deluxe-Vinyl-Version des Albums von 2021 zu finden. Nun also als offizielles Release.
Wilco nehmen uns mit in Bob Clearmountains Apogee Studio, um dort Songs aus ihrem 13. Studioalbum “Cousin” und einige weitere Klassiker zum Besten zu geben. Die letzte Wilco LP wurde von keinem geringeren als Cate Le Bon produziert und fügt sich für mich gerade perfekt in diesen kühlen Freitagmorgen. Die Show im Apogee Studio ist eine tolle “Live” Ergänzung zum Album.
Tracklist:
- 0:00-5:24 Pittsburgh
- 5:25-11:32 Infinite Surprise
- 11:33-18:18 Handshake Drugs
- 18:19-21:06 I Am My Mother
- 21:07-25:09 Cruel Country
- 25:10-30:13 Sunlight Ends
- 30:14-35:05 Evicted
- 35:06-44:29 Bird Without a Tail / Base of My Skull
- 44:30-48:39 Meant to Be
Thom Yorke und Jonny Greenwood aka The Smile haben neues Material veröffentlicht. Der jüngste Song wechselt ohne zu Fragen die Tonarten und Tempi und wird dabei nicht unruhig.
Schaut euch "Friend of a Friend" hier an: Video-Link
Diese großartige Ballade ist ein kleiner Vorgeschmack auf ihr kommendes Album "Wall Of Eyes", das am 26. Januar 2024 erscheint.
Hallo 2024!
Neues Jahr, neue Musik, neuer Content. Ich freue mich auf starke Veröffentlichungen und mehr Blog-Content in 2024.
Billie Eilish mit einer Interpretation von “Have Yourself A Merry Little Christmas” bei Saturday Night Live. Das Lied ist für mich mit der Weihnachtszeit verknüpft und ist noch nicht totgespielt. Eilishs Version ist gewohnt reduziert und trifft einen Nerv.